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Mirkwood Sims
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Dieses Thema hat 14 Antworten
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Neniel Offline

Rohirrim


Beiträge: 56

24.03.2008 13:47
Bruderkrieg (Meine Fantasygeschichte) antworten

Naja, ich schreibe eben gerne und alle sagen auch gut (was ich nicht finde...).
Diese Geschichte geht um zwei Völker (welche, dass verrate ich nicht; sonst ist sämtliche Spannung [wenn es denn überhaupt welche gibt] raus), die sich ähnlicer nicht sein könnten und sich trotzdem hassen, wie niemanden anders.
Die Idee kam mir nachts zugeflogen, mit einigen extrem kranken Herr der Ringe Träumen, die ich her lieber nicht weiter erläutere...
Und jetzt viel Spaß mit dem Prolog von "Bruderkrieg"!



Sie fielen über das Dorf her wie ein Rudel ausgehungerter Wölfe über eine verirrte Schafherde. Noch ehe auch nur einer der Dorfbewohner begriffen hatte, was da passierte, hatten die Krieger die primitive Holz- und Steinmauer niedergerissen und starteten ein einziges Abschlachten der Frauen, Kinder und Alten.
In den Straßen und Häusern lagen Leichen mit vor Schreck und Angst verzerrten Gesichtern und weit aufgerissenen Augen. Die Angreifer liefen einfach über sie hinweg. Aber die Gassen, in die sie jetzt kamen, waren leer und über allem hing eine Stille, die fast zu perfekt auf das Szenario passte: Totenstille.

„Wo sind sie plötzlich alle hin?“, fragte einer der Krieger unsicher. Er war noch jung und obwohl er versuchte, seine Emotion zu verbergen, sah man ihm an, dass ihn das Massaker mit Entsetzen erfüllte.
Der Krieger, der die Gruppe anführte, ging nicht auf die Frage ein, sondern packte einen halbtoten Dorfbewohner und zog ihn auf seine Gesichtshöhe: „Was geht hier vor? Antworte!“
Doch der alte Mann verzog das bereits schmerzverzerrte Gesicht noch mehr und trotz der Dunkelheit und all dem Blut, das ihm aus einer Kopfwunde lief, war sein dämonisch-zufriedenes Lächeln nicht zu übersehen: „Ihr werdet alle sterben.“
Ein Husten, das ein wenig wie ein Lachen klang entkam seiner Kehle, dann sackte er zurück. Noch bevor sich der Anführer einen Reim aus den Worten machen konnte, rief einer seiner Leute: „Dort… dort oben…“, aus der Richtung, in die er zeigte, schoss aus der tintenschwarzen Nacht ein Pfeil mit weißen Federn am hinteren Ende heran, durchbohrte dem Krieger die Kehle. Mit einem Aufschrei stürzte er vornüber zwischen die Leichen zweier Frauen.
„Schilde hoch!“ kommandierte der Anführer gerade noch rechtzeitig, denn nun kam von den umliegenden Dächern ein nicht zu enden scheinender Pfeilhagel. Als er verebbte, trat eine hochgewachsene Frau in das Licht einiger Fackeln: „Ihr werdet den Tag bereuen, an dem ihr angefangen habt, Unschuldige zu töten. Unsere Frauen sind nicht so schwach wie eure!“ Sie stieß ihren Bogen in die Luft und ein jäher Windstoß ließ ihre braunen Haare flattern. In Ihren animalisch glitzernden Augen stand pure Mordlust.
Dann war alles vorbei: Die unsichtbaren Bogenschützen schienen sich zurückgezogen zu haben, aber der Kommandant wusste, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm war. Schnell gab er der Gruppe Anweisungen. „Tötet sie alle, aber versucht dieses Weib gefangen zu nehmen. Sie könnte uns noch nützlich sein.“ Kaum hatte er ausgesprochen, brachen aus vorher unbemerkten Gassen und aus Häusern Frauen heraus, bis an die Zähne bewaffnet mit Schwertern, Speeren, Messern und Mordinstrumenten, die weder der Anführer noch einer seiner Krieger zu bestimmen wusste.
Wie von Sinnen warfen sie sich auf die Angreifer, die immer noch eindeutig in der Überzahl waren. Ihre Augen leuchteten genauso besessen, wie die ihrer Führerin, die zwei lange, schmale Schwerter führte und einen Gegner nach dem anderen ins Jenseits beförderte.

Trotz aller Entschlossenheit war dieser Haufen Dorffrauen den ausgebildeten Kämpfern nicht gewachsen. Allein die Braunhaarige schien zu wissen, wie man eine Waffe richtig benutzte. Sie hielt sich noch auf den Beinen, als die meisten ihrer Kameradinnen tot waren und kämpfte mit der Entschlossenheit und dem Mut einer aufgebrachten Tigerin. Noch immer glomm in ihren Augen diese Blutgier, die ihr eigentlich recht hübsches Gesicht seltsam tierisch erscheinen ließ.

Die Frau tauchte unter den Hieben hinweg, parierte und schien überall gleichzeitig zu sein.
Sie hat nicht den Hauch einer Chance, dachte der Kommandant, der das Geschehen aus nächster Nähe beobachtete. Er drehte sich auf der Stelle herum und stieß sein blutiges Schwert in den Leib einer Frau, die versucht hatte, sich von hinten an ihn heranzuschleichen.
Wie können die nur denken, das sie uns so besiegen können?, der Anführer dachte kurz nach, dann kam ihm die Lösung: Diese Frau. Er war sich sicher zu wissen, wer sie war, aber er kam nicht darauf. Sie musste es tatsächlich geschafft haben, die Bauern davon zu überzeugen, dass sie es schaffen können, gegen eine gut gerüstete und ausgebildete Armee anzukommen.
Pah. Sie sind doch viel zu verwildert und primitiv, um uns besiegen zu können!
Die merkwürdige Frau schien ihm das Gegenteil beweisen zu wollen: Ihre Bewegungen wurden immer schneller, die Schläge aggressiver und obwohl sie aus mehreren Wunden blutete, schien sie noch lange nicht am Ende zu sein.

Der Kommandant fasste noch einmal die Lage zusammen. Von den Dorfbewohnerinnen lebten vielleicht noch sechs oder sieben Stück, dazu kam dieses Weib. Er wusste nicht warum, aber irgendwie machte die Frau ihn wütend.
Woher kommt es bloß, dass sie mir so… vertraut ist?, eigentlich war es nicht seine Art, die Gesichter der Feinde, die ihm entkommen waren, zu vergessen.
Und wenn schon. Ich bin mir sicher, dass sie einer der Wichtigen von ihnen ist. Also wird sie einiges wissen. Und wir haben die Mittel, es aus ihr herauszubekommen. Dabei lächelte er: Oh ja, sie verfügten über die erforderlichen Mittel, scheuten sich aber eigentlich, sie anzuwenden. Aber sie waren ihre größten Feinde, sie könnten den Frieden gefährden, der unter ihrer Herrschaft einige hundert Jahre angehalten hatte… Wenn sie nicht aufgehalten wurden…
Nein, nicht daran denken, ermahnte er sich. Er durfte nicht an die Grausamkeiten denken, die sie mit Unschuldigen anstellen würden.
Nur der Tatkraft seines Königs war es zu verdanken, das die dunklen Zeiten endlich vorbei waren.
Und sie werden nicht wieder beginnen, so lange wir es verhindern können!, sagte er sich, bevor er sich in den Kampf stürzte, in den Kampf gegen diese wahnsinnige Frau, von der er immer noch nicht wusste, woher er sie kannte. Und je länger er und seine Männer auf sie einhieben, desto langsamer wurde sie. Er konnte quasi mit ansehen, wie ihre Kräfte schwanden.
Sie hätte am Anfang nicht so sehr übertreiben dürfen, wie sie es getan hat, dachte der Kommandant zufrieden.
Schließlich war es nicht er der die Frau entwaffnete, sondern Mamid, einer der jüngsten seiner Gruppe. Doch anstatt aufzugeben, mobilisierte sie ihre letzten Kräfte. Der Angriff erfolgte nur aus purer Verzweiflung; die Krieger hatten sie schon bald überwältigt und gefesselt. Da sie nun, nicht fähig Hände oder Füße zu benutzen, pausenlos Verwünschungen, Drohungen und wüste Schimpfwörter ausstieß, waren die Männer gezwungen, sie auch noch zu knebeln. Das einzige, was sie jetzt noch tun konnte, war, mit tödlichen Blicken um sich zu werfen, was die Krieger allerdings eher belustigte, als dass es ihnen Angst macht.
Bevor sie den Häusern endgültig den Rücken zudrehten, zündeten die Männer die mit Stroh gedeckten Dächer an. Dann verließen sie das Dorf, verschwanden wie ein böser Traum verschwindet, wenn man aufwacht, hinter den sanften Hügeln der Graslandschaft und ließen nichts zurück, außer einigen verkohlen Holzbalken und den Leichen, die niemandem mehr erzählen konnten, was vorgefallen war und wer an dieser Zerstörung die Schuld trug.
Die einzige, die hätte Bericht erstatten können, befand sich in der Gewalt der Angreifer, wo sie wahrscheinlich auch nicht so schnell wieder herauskommen würde.


Und, miserabel, oder?! Wolt ihr das erste Kapitel lesen? Oder lieber nicht?

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~Sometimes a Dream turns into a Dream~

Lumien Offline

High Elf


Beiträge: 257

24.03.2008 14:41
#2 RE: Bruderkrieg (Meine Fantasygeschichte) antworten

Also ich finde, das hört sich doch eigentlich ganz interessant an. Ich würd gerne weiterlesen

***
Live is too short to give up! Rock on!

Neniel Offline

Rohirrim


Beiträge: 56

24.03.2008 15:34
#3 RE: Bruderkrieg (Meine Fantasygeschichte) antworten

Danke!
Ich stell dann in nächster Zeit das 1.Kapitel on...

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~Sometimes a Dream turns into a Dream~

Neniel Offline

Rohirrim


Beiträge: 56

24.03.2008 23:00
#4 Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten
Ja, in diesem Kapitel erfahrt ihr dann, um welche beiden Völker es geht . . . Viel Spaß!


Daray stand auf einem flachen Hügel und sah über die Ebene: Es war ruhig. Zu ruhig. Oder war es einfach nur Zufall gewesen? Hatten sie es nur dem Zufall zu verdanken, dass ihnen anscheinend eine ihrer Anführer in die Hände gefallen war? Wenn ja, dann war es nicht nur Zufall, nein, sondern geradezu unnatürliches Glück gewesen.
Er musste sich schnell entscheiden. Würde er von einem Zufall ausgehen, dann wäre alles in Ordnung: Sie würden so schnell wie möglich zurück nach Belira reiten, den relativ kurzen Weg in die Berge im Galopp zurücklegen und am späten Abend, spätestens aber am frühen Morgen zu Hause sein. Das wäre einfach.
Oder er würde davon ausgehen, dass es sich viel mehr um eine Falle handelte und die Kriegerin nur dazu im Dorf gewesen war, um die Bewohner zu unterstützen.
Aber… würden sie ein ganzes Dorf opfern, nur um eine kleine Gruppe Kämpfer zu vernichten?
Daray wusste das erste Mal in seinem Leben nicht, was er tun sollte. Und er wusste, wenn er sich falsch entschied, konnte das sein Untergang und der seiner Leute sein. Also was tun?
Noch einmal suchten seine grauen Augen die karge Landschaft ab. Nichts Verdächtiges war zu sehen. Aber was hieß das schon? Es gab Gerüchte, nach denen sie die gesamte Ebene mit Gängen und Höhlen unterbaut hatten, die von den Wäldern im Westen bis an das Meer im Osten reichten. Und das es überall in der Ebene Ausgänge gab: Unter Steinen, Büschen und hohlen Bäumen.
Und Daray hatte nicht vor, erst jeden Stein in der gesamten Umgebung umzudrehen.
Er seufzte. Ein leichter Wind spielte in seinen pechschwarzen Haaren, während er auf seine Männer hinab sah. Dunkle Wolken zogen über den Himmel und gaben der ganzen Szene ein unwirklich-melancholisches Aussehen. Noch einmal seufzte Daray. „Wir reiten los“, sagte er nach einem kurzen Moment, „seid wachsam. Wir könnten sonst vielleicht in einen Hinterhalt geraten.“
Wortlos setzten sich die Reiter in Bewegung. Kaum waren sie in den Galopp gefallen, setzte ein leiser Nieselregen ein. Er benetzte die Gesichter der Krieger und der Frau mit feinen Wassertröpfchen und wusch nach und nach das Blut von den Waffen.

Als die Gruppe die ersten Vorläufer der Berge erreichte, wo die sanften, mit hartem Gras bewachsenen Hügel in felsigen, schroffen Untergrund übergingen, war aus dem Nieseln ein starker Regen geworden. Unaufhörlich platterten die Tropfen auf die moosbewachsenen Steine, was dazu führte, dass der Ritt durch das Vorgebirge zu einer totgefährlichen Rutschpartie wurde.
Daray machte sich große Sorgen: Wenn sie nicht auf den Boden achteten, würde sich ein Großteil seiner Männer Knochen brechen, wenn sie nicht auf die Umgebung achteten, könnten sie leicht Opfer eines Überraschungsangriffes von ihrer Seite werden. Aber die Berge waren nicht mehr weit, auch wenn sie auf Grund des dichten Nebels noch nicht einmal schemenhaft zu erkennen waren.
Plötzlich hörte Daray ein schrilles Wiehern, gefolgt von einem Schrei und einem dumpfen Aufprall. Er drehte sein Pferd auf der Stelle herum.
Noch während er herumwirbelte, nahm er alles wahr: Eines der Pferde war gestolpert oder ausgerutscht. Der Reiter lag reglos auf dem Boden. Aus dem Augenwinkel bemerkte er eine Bewegung: Es war die Frau. Sie hatte auch auf dem Pferd gesessen, war aber nicht gefallen. Sie galoppierte davon.
„Verdammt!“, entwich es leise Darays Lippen, aber dann lächelte er. Der Grund war das, was einen Augenblick später eintraf: Das Pferd fiel und riss so auch die Reiterin zu Boden.
Daray winkte zwei seiner Männer zu sich: „Holt sie zurück und passt verdammt noch mal besser auf.“ Dann wandte er sich dem gestürzten Krieger zu. Dieser hatte sich inzwischen aufgerichtet und betastete vorsichtig seinen Kopf. Als er Darays Blick spürte, stand er auf: „Alles in Ordnung, Herr!“
„Gut“, sagte Daray erleichtert.
Aus dem Nebel tauchten die beiden Reiter wieder auf: Der eine führte das Pferd am Zügel, der zweite hatte die Frau vor sich im Sattel sitzen; sie hatte eine lange Schramme an der Stirn, schien aber sonst unverletzt.

Minuten später konnte Daray den schmalen, kaum erkennbaren Felsspalt ausmachen, der direkt auf einen von Pflanzen überwucherten Gebirgspfad führte.
Die Nebel wurden immer dichter, sodass die Reiter, die über die mit verkrüppelten Bäumen und Büsche bewachsenen Abhänge zogen, wie eine Geisterarmee erschienen. Zwar schien ihr Weg vollkommen willkürlich, aber er folgte einem uralten System. Ein merkwürdig geformter Stein hier, ein Baumstumpf da: Für die Eingeweihten war der Weg klar auszumachen.
Die Berge waren tückisch: Oft machte der eigentlich immer währende Nebel die Sicht über zwei Metern unmöglich, außerdem ging der Weg über schmaler Felssimse, Geröllhalden, wo dem Boden kaum zu trauen war, und durch Flüsse, die nach einem Regenguss schnell zu tödlichen Hindernissen werden konnten.
Aber die Männer unter Daray und natürlich er selbst kannten sich aus.
Sie durchquerten den Nebel, der inzwischen so dicht war, dass man kaum noch das Pferd vor einem erkennen konnte, langsam und auf jeden Schritt bedacht.
Dann, ganz plötzlich und unerwartet, verschwanden die Berghänge. Auch die Nebel schienen sich zu lichten und gaben den Blick auf eine weite Grasfläche frei, die sich mindestens zwei Kilometer vor Daray und seinen Männer erstreckte.
Sie war fast vollkommen platt, es gab kaum Hügel oder Bodenwellen, deswegen war der Fels, der sich in der Mitte der Wiese majestätisch erhob, gut zu erkennen.
Weiße Gebäude standen dort oben und reflektierten das schwache Licht der anziehenden Dämmerung in alle Richtungen, sodass es schien, als ob die Stadt leuchtete.
Daray musste jedes Mal, wenn er heimkehrte nach Belira, wieder dieses Bild auf sich wirken lassen.
Belira, die uneinnehmbare Festung, die schönste und größte Stadt zwischen den Wälder des Westens und den Meer im Osten.
Sie werden es nie schaffen, Belira einzunehmen, dessen war Daray sich sicher.
Wegen der nicht vorhandenen Versteckmöglichkeiten auf der Grasfläche konnten Feinde früh genug bemerkt werden und die einzige Brücke, die sich hoch auf den Fels schwang, konnte blockiert werden.
Sie schienen das zu wissen. Belira war noch nie von ihnen angegriffen worden.
Der Ritt über die nebelverhangenen Wiese war nur kurz: Sowohl die Reiter als auch ihre Pferde wussten, dass sie bald zu Hause sein würden, was die Geschwindigkeit der Gruppe trotz Erschöpfung noch einmal steigerte.
Und so konnte Daray sogar noch vor Sonnenaufgang Bericht erstatten.
Bevor er sich zu Palast seiner Königin, einer noch sehr jungen Frau, die nach dem Tod ihres Vaters über das Volk herrschte, wusch er sich gründlich und tauschte seine blutbesudelten Kleider gegen saubere ein.
Nur eingebildete Dummköpfe erscheinen so, als ob sie direkt aus der Schlacht kommen.
Das war eine der vielen Weißheiten, die Daray in seiner Laufbahn vom einfachen Soldat zum obersten Kommandant der Truppen gesammelt hatte.
Außerdem konnte er seine Königin auch nicht einfach aus dem Schlaf reißen. Das war einfach unanständig.

Aber dann, nach dem er noch eine ganze Weile lang in seinem Hais auf und ab gelaufen war, entschloss Daray, dass seine Herrin nun genug Zeit gehabt hatte, sich anzukleiden. Er verließ sein recht großes Haus und ging durch die breiten Straßen von Belira auf das Zentrum der Stadt zu: Den Königspalast.
Es herrschte schon ein wenig Leben zwischen den Häusern, die mit kunstvollen Rankenmustern aus Stein geschmückt und alle so weiß waren, dass es schien, als wären gerade erst erbaut worden.
Der Palast schaffte es aber, die Schönheit der ganzen Stadt noch einmal zu übertreffen: Von blendenden schneeweiß, mit hunderten Erkern und Türmchen und den besten Beispielen der Steinmetzkunst und dem zwei Mann hohen Portal aus geschliffenen Glas strahle es eine Herrschaftlichkeit aus, die selbst Daray bei jedem Besuch fast den Atem raubte.
Und wie bei jedem Besuch wanderte der Blick seiner grauen Augen hinauf zu den Worten, die in einer seltsam eckigen Schrift mit schwarzer Farbe über dem Eingang des Hauses der Königin geschrieben standen:
Dem gütigen Volke der Elben als Dank für Schutz und Hilfe
Tatsächlich waren es die Menschen gewesen, die Belira erbaut hatten.
Die Baupläne und Zeichnungen stammten von elbischen Meistern, aber die Umsetzung hatte Menschen gebraucht.
Es hatte ein ganzes Jahrhundert gebraucht, die Gebäude zu errichten und noch einmal ein halbes, um die kunstvollen Verzierungen anzubringen.
Aber gelohnt hatte es sich allemal.

Daray stieß das Portal auf und betrat einen langen Korridor, der in der Mitte durch gläserne Säulen in zwei Hälften geteilt war. Die Decke war ebenfalls aus Glas, wodurch das Licht des frühen Morgens frei in den Raum fallen konnte und helle Punkte auf die steinernen Wände warf.
Schnellen Schrittes ging Daray zu anderen Ende des Flures, wo eine Flügeltür aus hellen Holz ihm den Blick in den Thronsaal verwehrte.
Ohne anzuklopfen stieß der Elb die Türflügel auf und ging, nun langsamer, in den Thronsaal hinein.
Moana, die junge Königin der Elben saß auf ihrem Thron.
Seit ihr Vater vor wenigen Wochen gestorben war leitete sie die Geschäfte des mächtigsten Volkes zwischen den westlichen Wäldern und dem Meer im Osten.
Daray hatte am Anfang nicht gedacht, dass eine Frau, die jünger war als er, es schaffen würde über einige Tausend Elben zu herrschen, aber Moana war nicht nur klug, sondern hatte auch noch ein Talent dafür sich durch zu setzten, ob es nun gegen einige aufständische Bauern oder die eigenen Männer war. Noch dazu war die wunderschön:
Ihre hellbraunen Haare waren zu einem Kranz um den Kopf geflochten und glänzten in der Sonne. Sie war recht groß, hatte eine perfekte Figur und verstand es auch noch, ihre Vorzüge hervor zu heben.
An diesem Tag trug sie ein enges, weißes Kleid aus Leinen, das an den Rändern mit Spitze verziert war und einen dunkelblauen Umgang, der sanft von ihren Schultern auf den Boden fiel. Ihre Augen blitzten zu Daray hinüber, der sich verbeugte: „Meine Königin.“
„Ihr seid also zurück“, sagte Moana. Ihre Stimme war weich wie fließendes Wasser.
„Wir haben das Dorf ausgelöscht.“, begann Daray zu berichten, „und es scheint, als ob uns einer ihrer Anführer in die Hände gefallen ist.“ Nicht ohne Stolz fuhr Daray fort: „Die Bewohnen haben sich verteidigt, hatte aber keine Chance.“
Moana seufzte und schüttelte ihren Kopf: „Ich will nicht verstehen, wie Völker, die sich näher stehen als alle anderen, sich so bekämpfen können.“
„Sie sind eine Gefahr für die Menschen und für uns“, warf Daray ein.
„Es gibt fast keinen Unterschied zwischen uns und ihnen“
„Es gibt einen entscheidenden Unterschied“, sagte Daray ruhig, „Sie sind gewalttätig und brutal und wir versuchen den Frieden zu wahren, den ihr Vater gebracht hat.“
„Irgendwann muss der Krieg enden. Gibt es keine Möglichkeit, dass Menschen, Elben und Elfen friedlich nebeneinander existieren können?“
„Wenn sie bereit wären, sich den für uns ganz selbstverständlichen, menschlichen Regel zu unterwerfen, dann wäre es ohne weitere Probleme möglich“, stellte Daray fest, „Aber sie tun es nicht. Erst vor kurzem ist wieder ein menschlicher Hof in Flammen aufgegangen.“
„Was ist mit der Gefangenen, von der ihr erzählt habt, Daray?“, fragte Moana unvermittelt.
„Ich habe sie erst einmal einsperren lassen.“
„Nein, ich meine, ob irgendwer weiß, wer sie ist und welche Position sie bei den Elfen einnimmt.“
„Ich bin mir sicher, sie schon einmal gesehen zu haben“, sagte Daray mehr zu sich selbst als zu seiner Königin, „Sie ist eine ausgezeichnete Kämpferin.“
„Und was für einen Grund gab es für sie, sich in diesem Dorf aufzuhalten?“
„Ich weiß es nicht. Wir wurden nicht von anderen Kriegern angegriffen wurden, deshalb gehe ich von einem glücklichen Zufall aus, auch wenn ich eigentlich nicht an Zufälle glaube.“
„Manchmal braucht man eben ein wenig Glück“, sagte Moana mit einer Stimme, die klang, als wäre sie ganz weit weg, „Glück ist ein unvorstellbar wertvoller Schatz, den uns von den Göttern auf die Erde geschickt wurde.“ Ihre Schultern strafften sich und sie stand auf: „Nun Daray, deine Mission ist scheinbar erfolgreich beendet worden. Wir können jetzt nur hoffen, das die Elfen nach dieser offenen Provokation unvorsichtig werden und einen Fehler machen, sodass wir ihren Aufenthaltsort ausmachen können.“
Daray nickte.
„Ihr könnt jetzt gehen.“
Mit diesen Worten entließ Moana, die Herrscherin der Elben den Kommandant, der sich nun auf den Weg zur Kaserne machte, schließlich musste er seinen Männern auch noch das Lob überbringen.

Daray ärgerte sich immer wieder über Moana: So klug sie doch war, ständig sprach sie sich gegen die Vernichtung des größten und einzigen Feindes aus, den die Elben hatte: Das Volk der Elfen.
Früher waren beide Völker eines gewesen, aber durch die Jahrhunderte hindurch hatten sie sich immer mehr voneinander entfernt.
Die Elfen waren als Nomaden durch die beiden Ebenen gezogen, die unfruchtbare in Norden und die fruchtbare im Süden.
Dann hatten die Attacken auf die Menschen begonnen, die immer im Hintergrund gelebt hatten.
Das Volk der Elben, das zu dieser Zeit schon in festen Behausungen wohnte, hatte beschlossen, die Menschen zu schützen.
Sie hatte zuerst versucht, mit den Elfen zu reden, aber diese hatte nicht mit sich reden lassen. Schließlich war den Elben nichts anderen übrig geblieben, als sich mit Waffengewalt gegen die immer mehr werdenden Attentate zu stellen. In zahlreichen Schlachte kämpften sie gegen das Volk, das ihnen so ähnlich und doch verschieden war. Und sie siegten. Die letzten Elfen zogen sich zurück.
So war es drei Jahrhunderte geblieben, aber dann waren wieder Menschen nach Belira gekommen, de von schrecklichen Dingen erzählten: Mord, Brand und Plünderung.
Der König der Elben hatte gewusst, dass er handeln musste. Und er hatte gehandelt: Elbische Soldaten wurden zum Schutz der Menschen in die Dörfer geschickt, die Straßen besser bewacht. Und dann war der König gestorben und hatte seine Tochter zu seiner Nachfolgerin bestimmt.
Als dann vor einigen Tagen das Elfendorf in der Ebene entdeckt worden war, hatte Daray darauf bestanden, diesen Gefahrenherd auszulöschen. Moana war zuerst dagegen gewesen, aber Daray konnte schon immer gut reden und hatte es geschafft, dass Moana den Befehl zum Angriff gab.


Ja, das war es auch schon wieder. Das nächste Kapitel könnte noch eine Weile dauern, weil ich gerade ziemlich festhänge.

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~Sometimes a Dream turns into a Dream~

Elelife Offline

Half Elf


Beiträge: 70

27.03.2008 15:42
#5 RE: Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten

Die Geschicht ist Cool. Mir hats zu viel Text, ein paar paat Bilder wären nicht schlecht.

Neniel Offline

Rohirrim


Beiträge: 56

27.03.2008 15:47
#6 RE: Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten

@Elelife:
Naja, die Geschichte ist eigendlich auch nicht als Fotostory gedacht...
Ich kann mal ein Bild von meiner Hauptperson (die noch nicht vorgekommen ist^^) zeigen:
Das ist Néniel:


Kann mal sehen, vielleicht mach ich noch ein paar mehr; die Idee ist nicht schlecht...

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~Sometimes a Dream turns into a Dream~

Elelife Offline

Half Elf


Beiträge: 70

27.03.2008 16:06
#7 RE: Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten

So kann man sich alles viel besser vorstellen so gefällts mir. Bravo

Neniel Offline

Rohirrim


Beiträge: 56

27.03.2008 16:11
#8 RE: Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten
Danke! Dann kümmere ich mich mal um den Rest (obwohl ich eigendlich aufräumen sollte) *pfeif*...

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~Sometimes a Dream turns into a Dream~

Elelife Offline

Half Elf


Beiträge: 70

27.03.2008 16:13
#9 RE: Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten

Zitat von Neniel
Danke! Dann kümmere ich mich mal um den Rest (obwohl ich eigendlich aufräumen sollte) *pfeif*...

Wer schon nicht meine Sauortnung. Hast auch Ferien oder?

Neniel Offline

Rohirrim


Beiträge: 56

27.03.2008 16:32
#10 RE: Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten

Jap, hab ich...

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~Sometimes a Dream turns into a Dream~

Elelife Offline

Half Elf


Beiträge: 70

27.03.2008 16:50
#11 RE: Bruderkrieg - Kapitel 1 antworten

Hej Nenil hab dir ne PM geschickt hast du sie bekommen?

Jumirika Offline

Little Hobbit


Beiträge: 8

06.05.2008 20:11
#12 RE: Bruderkrieg (Meine Fantasygeschichte) antworten

Wow..klasse wie du schreiben kannst...*staun*..ich füg aber auch mal meinen Senf dazu:Also,ich habe in so nem Pferdespiel*wassolls*eine Art Rollenspiel gebastelt,wo jeder mitmachen kann der angemeldet bei der Seite howrse.de ist..hier mal der Link:http://www.howrse.de/centre/forum/?id=25782 zum Forum...ja,ich hoffe ihr werdet mitmachen!
GLG,eure Jumi

Lieber stehend sterben als kniend leben.
Und tue was du tuen musst,und geschehe was geschieht!

Neniel Offline

Rohirrim


Beiträge: 56

06.05.2008 22:39
#13 RE: Bruderkrieg (Meine Fantasygeschichte) antworten

Danke^^
Cooooooooooooool du bist auch bei Howrse! Ich züchte Andalusier^^

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Jumirika Offline

Little Hobbit


Beiträge: 8

08.05.2008 14:06
#14 RE: Bruderkrieg (Meine Fantasygeschichte) antworten

Ist ja ein Ding...kannst ja ne PN in Howrse an 07 schreiben
GLG

Lieber stehend sterben als kniend leben.
Und tue was du tuen musst,und geschehe was geschieht!

Elelife Offline

Half Elf


Beiträge: 70

19.05.2008 12:56
#15 RE: Bruderkrieg (Meine Fantasygeschichte) antworten

Neniel, einfach nur ein Hinweis: Du könntest deine tolle Fantasie-Geschichte auch in unserem Forum zeigen. Kannst ja einen neuen Ordner eröffnen.

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